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Historie
Bewegte Geschichte.
An einem der schönsten Abschnitte des Mittelrheins, eingebettet in ein malerisches Umland, liegt Schloss „Burg Namedy“. Die Geschichte der Burg geht bis ins auslaufende 14. Jahrhundert zurück: Das „Echte“ an ihr ist jenes, noch heute aus dem Mauerwerk und der schönen Vorburg abzulesende Noble einer spätgotischen Wasserburg, die von Rittern Hausmann von Andernach erbaut wurde. Ihre Frauen stammten aus besten rheinischen Häusern, wie Eltz, Metternich, von der Leyen, Waldbott-Bassenheim u. a. m.
Nach häufigen Eigentümerwechseln kam die Burg 1896 in den Besitz des Freiherrn von Solemacher. Er ließ die zweigeschossige Burg in ein Schloss mit drei Etagen umbauen. 1908 erwarben Prinz Carl-Anton von Hohenzollern und seine Gattin Prinzessin Joséphine von Belgien, die Schwester König Albert I. von Belgien, Schloss „Burg Namedy“ als Wohnsitz. Während des 1. Weltkrieges unterhielt Prinzessin Joséphine im Spiegelsaal ein Lazarett. Im Jahr 1919, nach dem Tod von Prinz Carl-Anton, übernahm sein Sohn Prinz Albrecht die Burg. Er änderte die Fassade, ersetzte die neugotischen Formen durch barocke Turmhauben und ließ im Innenhof die zementierten dreiteiligen Schulfenster durch echte Basaltrahmen ersetzen.
Ausbau zur kulturellen Begegnungsstätte.
Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges konnte die Restaurierung der Vorderfront des Schlosses nicht mehr durchgeführt werden. 1988, nach dem Tod seiner Eltern, übernahm Prinz Godehard das Anwesen. Zusammen mit seiner Frau Prinzessin Heide entwickelte er das Projekt „Begegnung Burg Namedy“. Der gemeinsame Traum: Schloss „Burg Namedy“ zu einer kulturellen Begegnungsstätte zu machen und in den historischen Mauern ein festes Kulturprogramm zu etablieren. Ein weiter Weg. Denn als Prinz Godehard die renovierungsbedürftige Burg erbte, war von der eigentlichen Schönheit des Spiegelsaals nichts mehr zu sehen. Wassereinbrüche hatten die Decke und die Paneele zerstört. Die Heizung und die Elektrik existierten nicht mehr. Der Saal wurde nur noch als Abstellkammer genutzt, in der alles durch die ständig herrschende Feuchtigkeit faulte. Als nach einem Vierteljahr Räumen endlich die schlichten und eleganten Linien des Raumes zu sehen waren, fand das erste Probekonzert mit den Salzburger Solisten statt, um die Akustik zu testen. Künstler, Publikum und Presse waren begeistert. Das Kammermusikfestival „Andernacher Musiktage auf Burg Namedy“ war geboren und der berühmte Geigenvirtuose Yehudi Menuhin übernahm bis zu seinem Tod im Jahr 1999 die Schirmherrschaft. In den folgenden Jahren begann Prinz Godehard von München aus, wo er als Bankkaufmann arbeitete, behutsam ein Musikprogramm aufzubauen.
Die Renovierung der Anlage wurde mit tatkräftiger Hilfe von Freunden aus dem In-
und Ausland voran gebracht. Seit 1993 wurden die umfangreichen Renovierungsarbeiten
vom Landesamt für Denkmalpflege in großem Umfang gefördert. 2001 starb Prinz Godehard
und seine Frau übernahm neben dem Eventvertrieb auch die Konzertreihen. Heute
stehen die Burgsäle für festliche Events, Kongresse, Tagungen usw. zur Verfügung.
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